Herrsching im Gespräch mit Artur Auernhammer, MdB

Zukunft Landwirtschaft - eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Angela Kraus und Gunther Strobl moderieren live aus dem Haus der bayerischen Landwirtschaft

Was folgt aus der Zukunftskommission Landwirtschaft?
 
Am Mittwoch dem 08.12.2021 fand ein Online – Gesprächsabend zur Zukunft der Landwirtschaft mit dem Bundestagsabgeordneten und Landwirt Artur Auernhammer im Rahmen unserer Reihe „Herrsching im Gespräch“ statt. Als weitere Gesprächspartnerin konnten wir Magdalena Eisenmann, Landesvorsitzende der Bayerischen Jungbauernschaft (BJB), gewinnen. Gunther Strobl und Angela Kraus moderierten aus dem großen Saal im Haus der bayerischen Landwirtschaft. Dort verfolgten die Studierenden des dritten Semesters der Landwirtschaftsschule Augsburg und des ersten Semesters der Landwirtschaftsschule Straubing die angeregte Diskussion live mit.
 

Artur Auernhammer führte in das Thema ein. Dabei erläuterte er, wie es durch die Bauernproteste zu den Agrargipfeln im Kanzleramt und schlussendlich zur Schaffung der Zukunftskommission Landwirtschaft kam. Die wichtigsten Ergebnisse der Zukunftskommission, sowie deren Relevanz im aktuellen Koalitionsvertrag wurden angesprochen. Hier fehlt zu Herrn Auernhammers Bedauern die konkrete Bezugnahme auf die Zukunftskommission Landwirtschaft, sowie auf die Borchert-Kommission. Dennoch hofft er, dass die Ergebnisse der Kommissionen in die Arbeit der neuen Regierung einfließen und umgesetzt werden können. Magdalena Eisenmann betonte in ihrem Statement den wichtigen Einsatz und die wertvollen Impulse der jungen Mitglieder der Zukunftskommission.

Ein großes Anliegen der Teilnehmer*innen ist die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft und die Frage, wie der Wandel, den die Gesellschaft fordert, finanziert werden soll. Auernhammer ist der Meinung, dass hierbei ein staatliches Umlageverfahren nötig ist und freiwillige Programme nicht ausreichen werden. Er machte darauf aufmerksam, dass die Politik nicht der alleinige Entscheidungsträger über die Zukunft der Landwirtschaft ist, sondern auch der Lebensmitteleinzelhandel (LEH), Molkereien oder Gerichtsurteile einen erheblichen Einfluss haben.

 

Weiterhin wurde die Zukunft der Anbindehaltung thematisiert. Hierbei kritisierte Auernhammer die durch die Molkereien durchgeführten Preisabzüge bei Milchanlieferung aus Anbindehaltung. Er ist der Meinung, dass es in der Landwirtschaft ständigen Wandel und Weiterentwicklung gibt und sich so die Diskussion um die Anbindehaltung von selbst regelt.

Diskussionsbedarf gab es außerdem darüber, was Lebensmittel kosten dürfen und was Verbraucher bereit sind für mehr Tierwohl auszugeben. Als problematisch wird von den Teilnehmer*innen angesehen, dass Umfragen oftmals anders ausfallen, als das tatsächliche Handeln an der Ladentheke. Auch  Auernhammer stimmt zu: „Das wichtigste Kennzeichen für den Verbraucher ist der Preis.“ Dennoch rät er den Landwirten dazu, den regionalen Absatz auszubauen, weist aber gleichzeitig daraufhin, dass dies keine Lösung für alle ist.

Gegen Ende meldete sich ein Junglandwirt zu Wort und erzählt von der starken Verunsicherung, fehlender Planungssicherheit und den betrübenden Zukunftsaussichten mit denen derzeit viele Nachwuchslandwirte konfrontiert sind.

Aufmunternde Worte von Magdalena Eisenmann

Die Landesvorsitzende der Bayerischen Jungbauernschaft erinnerte an die vielen Gründe, die Motivation und die Leidenschaft, die für eine Arbeit in der Landwirtschaft sprechen. So muss jeder Betrieb seinen individuellen Weg gehen, um zukunftsfähig zu bleiben. Auch Artur Auernhammer sieht noch viel Potenzial in der Zukunft der Landwirtschaft, denn durch die ausgeprägten agrarwissenschaftlichen Forschungen in Deutschland können neue Wege der Landwirtschaft gegangen werden.