Haus der Bayerischen Landwirtschaft Herrsching

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„Sustainable Agriculture“ – wie kann Ernährungssicherung und Klimaschutz funktionieren?

Herrschinger Zukunftswerkstatt  „Landwirtschaft 2030“ am 5.3.20 im Haus der bayerischen Landwirtschaft

Vor dem Hintergrund der UN-Klimaziele diskutierten am Donnerstag interessierte Bürger und engagierte Landwirte zum Thema „Landwirtschaft 2030 – wie sieht die Zukunft aus?“.


Eine wachsende Weltbevölkerung, schwindende landwirtschaftliche Anbauflächen und die Forderungen der Verbraucher stellten die Landwirte vor große Herausforderungen, so Dr. Tanja Kodisch-Kraft in ihrer Einführung. Gerade die UN-Klimaziele „Kein Hunger mehr in der Welt“, „Sauberes Wasser“ und „Klimaschutz“ forderten die Landwirtschaft, zukünftig neue Wege zu gehen und die Ernährung der Menschheit zu sichern. Deshalb habe man mit der „Zukunftswerkstatt“ ein Forum des Dialogs geschaffen, in dem Experten, Landwirte und interessierte Bürger zusammenkommen, um Themen aufzugreifen, die den ländlichen Raum vor neue Herausforderungen stellen und Landwirten gleichzeitig Chancen in der künftigen Ausrichtung bieten können.


Fachlicher Input kam von Prof. Dr. Gerhard Bellof von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der vor allem im Bereich Tierernährung forscht. Ergänzend dazu berichtete Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen aus seiner Forschungstätigkeit im Bereich Ökologischer Landbau und Pflanzenbausysteme.


Vom GPS-gesteuerten Weidegang bis hin zur Idee, jedes Lebensmittel im Supermarkt mit dem ökologischen Fußabdruck auszuzeichnen, spannte Prof. Bellof den Bogen. Die Herausforderung der Zukunft liegt für ihn in den Haltungs- und Fütterungssystemen, die Klima- und Gewässerschutz ebenso in den Blick nehmen müssten wie Tiergerechtheit, Verbraucher-Lifestyle und Veganismus als Trend.


Für 12% des CO2-Ausstoßes sei unsere Ernährung verantwortlich. Man habe in Deutschland durchaus Gebiete, in denen die Tierhaltung, was Klimaschutz angeht, zurückgefahren werden müsste; allerdings sieht er gerade für den großen Anteil an Grünland die effektivste Nutzung in der Tierhaltung. Und auch wenn tierische Lebensmittel im Durchschnitt mehr Wasser pro Gramm Protein verbrauchten, lieferten sie doch essentielle, für die menschliche Ernährung extrem wichtige Aminosäuren – vor allem Milch sei ein sehr hochwertiges Nahrungsmittel. Auch Eier und Hähnchen seien von der Effizienz her gut und könnten mit ruhigem Gewissen gegessen werden. Was die Fütterung angeht, wagte Bellof einen mutigen Vorschlag: Täglich würden großen Mengen an proteinreicher Nahrung weggeworfen. Ein Drittel unserer Backwaren landete z.B. auf dem Müll, und könnte durchaus sinnvoll in der Geflügelaufzucht Verwendung finden.


Prof. Hülsbergen arbeitet sehr experimentell in seinem Forschungsgebiet und belegte seine Ausführungen immer mit Beispielen aus der Praxis. Auch er wies darauf hin, dass wir weltweit eine wachsende Weltbevölkerung und einen steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln haben, aber immer weniger Flächen zur Verfügung stehen. Dazu kommen der Klimawandel und die Bodenerosion sowie Trocken- und Hitzestress für die Pflanzen. Globalisierte Märkte und gesellschaftliche Erwartungen stellen hohe Anforderungen an die Landwirtschaft. „Wir brauchen nachhaltige Systeme“, forderte Hülsbergen, und brachte das Schlagwort „Sustainable Agriculture“ ins Spiel.


Das Nitratproblem zu lösen sei aktuell eine der Hauptaufgaben. Die Zukunft sieht auch er in einer Mischung aus Digital Farming oder Precison Farming, nachhaltigen Agroforstsystemen und einer Energie-autarken bzw. CO2 neutralen Landwirtschaft. Außerdem sieht er gute Perspektiven in einer Fusion von ökologischem und konventionellem Landbau, wobei man aus beiden Systemen das Beste herauspicken müsse.


Positive ökologische Effekte, wie Gewässerschutz, Klimaschutz und optimale Nitratgehalte, würden der Landwirtschaft dann auch wieder zu einem positiven Image verhelfen und Wertschätzung und Anerkennung der Verbraucher bringen.

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